2000 Jahre Römer in Germanien
   

 

 

Der Römisch-Germanische Krieg



Das Schlachtfeld bei Kalkriese

Die „Schlacht im Teutoburger Wald“

– die „Varuskatastrophe“, wie es die Römer nannten – war der Auslöser und auch das zentrale Ereignis des germanischen Befreiungskrieges, der von 9 bis 16 n.Chr. dauerte. Es war aber längst nicht das einzige Ereignis, denn die Germanen mussten den erkämpften Vorteil gegen einen sorgfältig geplanten und mit riesiger Übermacht durchgeführten Übermacht noch verteidigen.

Mit dem Römisch-Germanischen Krieg der Zeitwende ging die rasante Expansion Roms, die in 200 Jahren von Italien aus das ganze Mittelmeerraum und große Teile Nordeuropas unterworfen hatte, schlagartig zu Ende. Nie zuvor hatte sich ein erobertes Volk vom Römischen Reich befreit, 400 Jahre lang geschah es auch nie wieder.
Der lange Krieg leitete eine noch viel längeren, wechselhafte Beziehung zwischen Römern und Germanen ein. Rom konnte zwar Germanien nicht bezwingen, umgekehrt konnten aber auch die Germanen das Reich nicht überrennen. Stattdessen konnten sie sich dessen Hochkultur stückchenweise an der Limes aneignen. Als sie das Weströmische Reich dann doch in der Völkerwanderung zerstörten, war ihnen dessen Kultur schon so vertraut, dass sie diese nicht einfach zerschlugen, sondern sie übernahmen. Die Geschichte danach ist die des Zusammenwachsens der beiden Kulturgruppen, bis heute. Das Europa das wir heute kennen ist letztlich das Ergebnis dieses Krieges; ein anderer Ausgang hätte ein nur-römisches Europa bedeutet – unvorstellbar anders, als das, was wir haben.

Der Verlauf des Römisch-Germanischen Krieges

Der Krieg begann 17 v. Chr. mit der Vernichtung der V. Legion durch die Sugambrer, die damals im Ruhrgebiet wohnten. Die Schlacht wird im Bereich zwischen Köln und Aachen stattgefunden haben.

Es folgte, nach vierjähriger Vorbereitung durch die Römer die schnelle Unterwerfung der germanischen Stämme im heutigen NRW und Hessen, durch den jungen römischen Feldherrn Drusus, Stiefsohn des Kaisers Augustus und jüngerer Bruder dessen Nachfolgers Tiberius. Gerade als er dabei war, das Land zwischen Weser und Elbe zu erobern, starb er durch ein Unfall. Mit nicht geringer Wahrscheinlichkeit hat man seinen Todesort gefunden – im von ihm gegründeten römischen Lager in Hedemünden and der Werra, zwischen Kassel und Göttingen. Möglicherweise lagerte dort später eine „Varus-Legion“.

Sein Bruder Tiberius vollendete das Werk, seinem kleinen Sohn vererbte der Verstorbene den Beinamen „Germanicus“ – der Eroberer Germaniens. Bis er alt genug war, das Erbe tatkräftig anzutreten, war der Name schon wieder Programm: Drei Jahre lang führte Cäsar Germanicus vergeblich den Versuch, Germanien wiederzuerobern. Erst mit seiner Abberufung 17 n. Chr. endete Europas erster „30-jährige Krieg“.

Dazwischen kam der „große Aufstand“, der etwa um der Zeitenwende losbrach, v.a. in Westfalen und Südniedersachsen stattfand und erst 4 n. Chr. niedergeschlagen wurde, und dann natürlich der Aufstand, der mit der berühmten „Schlacht im Teutoburger Wald“ begann und schließlich erfolgreich war.